Aus Chaos wird Ordnung - der Glaube an Gott den Schöpfer

Gen. 1:1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. 2 Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.

So beginnen die ersten Worte der Bibel. Warum haben das Menschen vor langer Zeit aufgeschrieben? Sie fragten nach dem Ursprung, dem Anfang aller Dinge. Aber sie fragten auch danach, warum jetzt alles so ist, wie es ist. Sie wollten nicht nur den Anfang erklären, sondern auch erklären, in welcher Ordnung wir jetzt leben. Diese Ordnung ist die Grundordnung des Lebens und wir müssen diese Ordnung verstehen und annehmen, um sinnvoll leben zu können.

Über die Schöpfungsgeschichte ist in den letzten 150 Jahren viel diskutiert worden. Passt diese Erzählung von der Schöpfung in sieben Tagen noch in unser modernes naturwissenschaftliches Bild? Zu der Theorie vom Urknall und der Evolutionstheorie von Charles Darwin? Ich will euch heute Morgen nicht mit naturwissenschaftlichen Theorien langweilen. Es geht nicht um die Frage, ob die Bibel in naturwissenschaftlichem Sinne Recht liegt, sondern, ob sie uns Fragen beantworten kann, die uns die Naturwissenschaft nicht beantworten kann.

Gen. 1:1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. 2 Und die Erde war wüst und leer. - Wüst und leer, das heißt im hebräischen Tohuwabohu.

Tohuwabohu - das Wort kenne ich. Wenn ich in das Zimmer einer meiner Kinder trete und sage: „Hier ist ein Tohuwabohu, du musst mal dein Zimmer aufräume“, dann ist klar, was damit gemeint ist: Hier fehlt es an Ordnung. Alles liegt durcheinander. Schleichtiere und Lego wird durcheinander gemischt. Dazwischen Müll, der es nicht zum Papierkorb geschafft hat.

Und nun kommen wir zu der schwierigen Frage, wie begründen Sie Ihrem Kind, wozu es im Kinderzimmer Ordnung braucht und wie diese Ordnung auszusehen hat?

Das ist eine einfache Frage oder? Aber bei dieser einfachen Frage lassen uns die Naturwissenschaften bereits im Stich. Wenn sie antworten würden, du mußt dein Zimmer aufräumen, weil es einen Urknall gegeben hat, dann würde ihr Kind antworten, ja eben deshalb sieht es ja auch aus wie nach einem Urknall, wie nach einer großen kosmischen Explosion.
Auch die Evolutionstheorie hilft Ihnen hier nicht viel weiter. Denn sie setzt ja voraus, dass eine Ordnung des Lebens durch Zufall entsteht. In einem immer größer werdenden Chaos entstehen durch den Zufall der Genmanipulation neue Lebewesen. Nein, für Ihr Kind ist doch diese Theorie keine Option, denn dann könnte es ja ruhig zusehen, wie das Chaos noch weiter anwächst und darauf hoffen, dass sich irgendwie daraus noch eine sinnvolle Ordnung entwickelt.

Wie erklären sie ihrem Kind also, dass es eine Ordnung geben muss? Es darf kein Müll rumliegen, zum Beispiel, wäre so eine Erklärung. Oder man muss aus Sicherheitsgründen wenigstens dein Bett erreichen können. Oder es ist wichtig, dass man gewisse Sachen für die Schule stets griffbereit hat.
Habe Sie ihr Leben aufgeräumt? - Gibt es in ihrem Leben eine sinnvolle Ordnung? Und wenn ja, woher nehmen sie diese Ordnung, wie begründen sie sie? Die Naturwissenschaft kann uns nur bedingt weiterhelfen. Sie durchdringt zwar unser Leben immer mehr mit ihren vielen technischen Annehmlichkeiten, wie Autos und Waschmaschinen. Aber ihre vielen einzelnen Gesetze und Erkenntnisse ergeben noch nicht zwingend ein große singstiftende Ordnung.

Genau hier könnte Ihnen auch die biblische Schöpfungsgeschichte weiterhelfen. Denn sie besagt, dass es eine Ordnung in der Welt gibt und dass dieser Ordnung so gewollt ist. Sie will weniger erklären, wie es damals alles am Anfang war, sondern warum es heute so ist. Vom Anfang kann man sowieso nur in mythologischen Bildern reden. Dessen waren sich die Verfasser der Schöpfungsgeschichte durchaus bewusst, Es gab damals so viele Schöpfungsgeschichten und Mythen die sich teilweise heute noch in den Erzählungen der Urvölker wiederfinden.

Demgegenüber beschränkt sich unser Text auf einen einzigen Vorgang: die Erschaffung der Welt durch Gottes Wort. Der Text ist eben nicht an weiteren naturwissenschaftlichen Details interessiert, sondern daran, dass alle Ordnung von Gott ausgeht.

Am schönsten lässt sich das an der Sieben Tage Woche zeigen. 2 Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. 3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.
Weil Gott selbst am siebenten Tag geruht hat, sollen auch wir am siebenten Tage ruhen und den Feiertag heiligen. Die sieben Tage Woche will also gar nicht erklären, dass Gott am Anfang irgendwann einmal sieben Tage gebraucht ha, um alles zu erschaffen, sondern sie will erklären, warum wir heute eine sieben Tage Woche haben.
Unsere heutige sieben Tage Woche geht auf Julius Casear zurück, der dabei eine Anleihe bei der jüdischen und babylonischen Siebentage Woche machte. Man merkt das heute noch daran, dass die Name Wochentage auf Planeten beruhen, die in Rom und in Babylon als Götter verehrt wurden.
Mond-Tag, Montag.
Ursprünglich Marstag, dann im Germanischen Tyr-Tag-> Tuesday, Dienstag
Ursprünglich Merkurtag, dann im Germanischen Wotanstag -> Wednesday, christianisiert Mittwoch
Ursprünglich Jupitertag, dann im Germanischen Thorsdag, Thursday, Donnerstag
Ursprünglich Venustag, dann im Germanischen Freyatag, Fryday, Freitag
Ursprünglich Saturntag, Saturday, christianisiert Samstag
Sonn-Tag

Die Bibel spricht hier eine andere Sprache: geradezu in Karikaturen zu babylonischen Vorstellungen, in denen Mond und Sonne als Götter verehrt wurden, werden auch sie durch Gott erschaffen. Sie sind nichts weiter als kleine und große Lichter und nicht das Licht, dessen Erschlaffung von Gott vorausgeht. Außerdem werden sie erst am vierten Tage erschaffen und damit in der Schöpfungsordnung bewusst degradiert.
14 Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre 15 und seien Lichter an der Feste des Himmels, dass sie scheinen auf die Erde. Und es geschah so. 16 Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch die Sterne. 17 Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, dass sie schienen auf die Erde 18 und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, dass es gut war.

Sowohl in der französischen Revolution als auch im kommunistischen Russland wurde versucht die sieben Tage Woche zu ersetzen. In Russland erhoffte man sich dadurch eine Produktivitätssteigerung, dass man in einem fünf Tagesrhythmus nur einem Teil der Bevölkerung freigab, um so die Produktion immer am Laufen zu halten. Dadurch ging aber das soziale und familiäre Leben in die Brüche, so dass die sieben Tage Woche wieder eingeführt wurde, als es nicht zu einer Produktivitätssteigerung kam.

So hat sich die biblische sieben Tagewoche zu einer eine der grundlegenden Ordnungen unseres Lebens geworden. Versuche eine andere Zeiteinteilung einzuführen etwa während der Französchischen Revolution oder im stalinistischen Russland haben sich nicht durchgesetzt.
Dabei wird auch heute immer noch darum gerungen, wie diese Ordnung zu gestalten ist. Darf der Sonntag durch verkaufsoffene Sonntage ausgehöhlt werden?
Aber auch für jeden persönlich stellt sich die Frage, wie der Sonntag zu gestalten ist. Heißt der Ruhetag einfach nur, dass ich ausschlafen und bei der Familie sein kann? Oder heißt „den Feiertag heiligen“, dass ich eben auch an Gott denke und den Gottesdienst besuche? Ich persönlich mache die Erfahrung, dass wenn ich den Ruhetag (in dem Fall bei mir der Montag) nicht einhalte, dann geht es mir nicht nicht gut.

Die Ordnung der Zeit ist eine der wichtigsten Ordnungen, von der wir in der Schöpfungsgeschichte lesen. Aber in der Schöpfungserzählung stecken noch viel mehr Ordnungen, die für unser Leben grundlegende Bedeutung haben.
Dabei vollzieht Gott die Ordnung durch die Scheidung, die Unterscheidung der Dinge.
Kehren wir noch einmal ins Kinderzimmer zurück. Wie wird Ordnung hergestellt? Man schmeißt alles auf einen großen Haufen und sortiert dann in Kisten aus. Die Schleichtiere kommt in die Schlichter Kiste, das Lego in die Legokiste, der Müll in den Mülleimer.

So werden in den ersten drei Tagen die grundlegenden physikalischen Scheidungen getroffen, die unser Leben bestimmen:
Licht und Dunkelheit
Himmel und Erde
das trockene Land und das Wasser.
3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. 4 Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis 5 und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht.

Am dritten Tage erfolgen dann noch die grundlegenden Unterscheidungen der Botanik zwischen Kraut und Grass und den Bäumen: 11 Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume auf Erden, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist. Und es geschah so. 12 Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringt, ein jedes nach seiner Art, und Bäume, die da Früchte tragen.
Es ist nun aber nicht mehr selber Gott, der die Pflanzen direkt durch sein hervorbringt, sondern die fruchtbare Erde bringt die Pflanzen hervor. Ebenso gehen die Tiere dann aus dem Wasser und aus der Erde hervor.

Am fünften und sechsten Tag folgen grundlegenden Unterscheidungen der Zoologie. Zuerst die Lebewesen im Wasser, dann die Vögel, schließlich die Landtiere und als Letztes der Mensch.
21 Und Gott schuf große Walfische und alles Getier, das da lebt und webt, davon das Wasser wimmelt, ein jedes nach seiner Art, und alle gefiederten Vögel, einen jeden nach seiner Art. (…)
Die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jedes nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art. Und es geschah so. 25 Und Gott machte die Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art und alles Gewürm des Erdbodens nach seiner Art.
Anmerkung: diese Reihenfolge entspricht auch ungefähr der Reihenfolge der Entstehung der Arten der Evolutionstheorie, die besagt, dass zuerst das Leben im Wasser entstanden ist, bevor sich dann die Lebewesen das trockene Land erobert haben. Nach der Entwicklung der Landtiere ist dann relativ spät in der Evolution der Mensch aus ihnen hervorgegangen.

Mit der Erschaffung der Tiere tritt ein neues Element in die Erzählung ein: 22 Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich mehren auf Erden.

Als Letzes schafft Gott den Menschen: 26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. 27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.

Es bleibt uns nicht die Zeit, um alle diese Details zu bedenken. Wichtig für uns ist die eine Frage, wer sind wir? In welche Ordnung wurden wir hinein erschaffen? Darüber werden wir mehr in einem Monat hören, wenn ich über das Thema predigen werde: Woher ich komme, wozu bin ich da? - der Mensch als Geschöpf Gottes? Vielleicht heute nur soviel dazu:
Mit den Tieren verbindet uns der Segen der Fruchtbarkeit. Dies stimmt insoweit mit Neuro- biologischen Erkenntnissen überein, dass der Sexualtrieb in den ältesten Gehirnteilen geortet ust, die wir auch mit den Tieren gemeinsam haben.
Anmerkung: Aber im Unterschied zur griechischen Philosophie, die die Sexualität nur als etwas Irdisches, ja sogar Widergöttliches ansah, lehrt die Bibel, dass die Gabe der Fortpflanzung aus Gottes Segen hervorgeht, den wir mit den Tieren gemeinsam haben.

Aber was uns von den Tieren unterscheidet ist, dass nur der Mensch zum Ebenbild Gottes erschaffen wird. Was den Menschen von den Tieren unterscheidet ist seine Sprachfähigkeit. So wie Gott am Anfang der Schöpfung jedes Ding bei seinem Namen nennt, so wird der Mensch später die Tiere benennen, und damit das Schöpfungswerk Gottes fortsetzen.
Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde und schuf sie als Mann und Frau. Dass wir Männer und Frauen sind, gehört damit auch zur Grundordnung, in die Gott uns hineingeschafften hat. Darüber werden wir mehr im Mai hören, wenn ich über das Thema predige: Mann und Frau, miteinander oder gegeneinander?

Lassen Sie mich noch einmal zum Kinderzimmer zurückkehren? Warum brauchen wir eine Ordnung? Wer keine Ordnung hat, der findet nichts mehr oder nur sehr schwer. Wenn wir keine Ordnung in unserem Leben haben, werden wir den Sinn des Lebens nicht finden. Die Schöpfungsgeschichte der Bibel lädt uns ein, in ihr uns selbst zu finden. Wenn wir uns selbst finden können, dann können wir auch den Sinn des Lebens finden.

Wer sind wir also? Wir stehen den Tieren sehr nahe, weil wir mit ihnen am sechsten Tag erschaffen worden sind. Die Schöpfungsgeschichte gesteht uns nicht einen eigenen Tag zu. Das weist erneut auf unsere Nähe zum Tierreich hin.

Anmerkung: auch die bekannte Äußerung aus der Evolutionstheorie, dass wir vom Affen abstammen, will ja nichts anderes ausdrücken, als unsere tierische Verwandtschaft und unsere nahe Beziehung zu ihnen. Die Evolutionstheorie von Darwin hat jedoch durch die Formel, dass nur die Stärksten überleben und sich durchsetzen, zu eine Ausrottung im Tierreich und in ihrer schlimmsten Ausprägung sogar zu der Lehre von einer überlegenen menschlichen Herrenrasse geführt, der es erlaubt ist, andere Völker zu ermorden und zu unterjochen.
Die Bibel spricht dagegen von einer Verantwortung des Menschen für die Schöpfung. Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. Ja, es ist sogar aus der Schöpfungsgeschichte abzuleiten, dass im Anfang die Menschen keine Tiere zum Verzehr töteten, da Gott ihnen nur die Pflanzen als Nahrung zuweist:
Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.

Der Mensch wurde aber auch nicht am letzten Tag erschaffen. Er ist nicht die Krone der Schöpfung, auf die alles zu läuft und in der die Schöpfung ihren Abschluss findet. Nein, sondern am Ende steht Gott selbst, der am siebenten Tag von seinem Schöpfungswerk ausruht.

Wenn der Mensch diese Ordnungen verlässt und selber Gott sein will, oder gar das Werk in der Schöpfung selbst vollenden will, dann kommt es zum Bruch mit dem Schöpfer. Diesen Sachverhalt beschreibt die Bibel in der Erzählung vom Paradies, dem Sündenfall und der anschließenden Vertreibung. Darüber werden wir mehr im Juni hören unter dem Thema " Verlust der Heimat-Die Vertreibung aus dem Paradies.“

Dass der Mensch nicht das letzte Wort hat, kommt auch darin zum Ausdruck, dass Gott jeden Schöpfungstag mit seinem Wort abschließt. Gott erschafft die Welt durch sein Wort, aber er beurteilt auch das, was er erschaffen hat, durch sein Wort. Wir lesen jedes Mal: 31 Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war (sehr) gut. Am Ende des sechsten Tages, nach der Erschaffung des Menschen, lesen wir sogar: Siehe, es war sehr gut.
Was bleibt dem Menschen übrig? Er kann schweigen oder mit Gott in das Lob der Schöpfung einstimmen, wie wir es am Anfang des Gottesdienstes in Psalm 8 gehört haben: 4 Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: 5 was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

Die Schöpfungsgeschichte will unserem Leben eine Ordnung, einen Sinn geben. Wir kommen von Gott her, der uns erschaffen hat, und gehen auf Gott zu, der am Ende sagen wird: Siehe, es war sehr gut. Wenn wir diese Ordnung verlassen und uns selbst zum Herren unseres Lebens und dieser Welt aufschwingen, dann entsteht Chaos in unserem eigenen Leben, aber auch in der Welt. Mit der Schöpfungsgeschichte beginnt eine grundlegende Beziehung: die zwischen Gott, dem Schöpfer und uns seinen Geschöpfen. Wie wird sich die Beziehung weiter entfalten und entwickeln. Davon erzählt die ganze Bibel von ersten bis zur letzten Seite.

Jesus hat an Gott den Schöpfer geglaubt, er hat ihn liebevoll Vater genannt.
Gott ist für Jesus nicht ein ferner Gott, der die Welt erschaffen und sie sich dann selber überlassen hat. 6 Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?.
Diesen Glauben an Gott den Schöpfer zu dem Jesus uns einlädt hat Martin Luther in der Auslegung zum ersten Teil des Glaubensbekenntnisses zusammengefasst. Der Glaube an Gott den Schöpfer möchte unserem Leben einen Sinn und festen Halt geben:

2:1) Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder,
Vernunft und alle Sinne gegen hat und noch erhält;
2:2) dazu Kleider und Schuh, Essen und trinken, Haus und Hof,
Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter ;
2:3) mit allem was not tut für Leib und Leben mich reichlich und täglich versorget,
Vor allen Gefahren beschirmet
und vor allem Übel behütet und bewahret
2:4) und das alles aus lauter väterlicher Güte und Barmherzigkeit,
ohn all mein Verdienst und Würdigkeit;
2:5) des alles ich ihm zu danken und zu loben
und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin.
2:6) Das ist gewisslich wahr